Kleinkindergottesdienste in St. Catharina


Pressemeldung

 

25. September 2017 - Dinklage

 

„Kinder dürfen in der Kirche herumlaufen“

 

Kinder stören nicht, sondern bringen Lebendigkeit

 

Kinder in normalen Gottesdiensten? Die können doch nicht lange genug ruhig bleiben, laufen rum, weinen, schreien oder fragen laut nach, was da gerade passiert. Stören die nicht?, fragen sich viele Eltern und trauen sich oft gar nicht, ihren Nachwuchs mitzubringen. Zu groß ist die Angst vor missbilligenden Blicken oder Kommentaren anderer Gläubiger.

 

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Kinder gehören in die Kirche – finden diese Dinklager Kinder, Eltern und Pfarrer Johannes Kabon (Mitte)

  

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Kinder dürfen vorne sitzen und den Kirchenraum entdecken, findet Pfarrer Johannes Kabon, Dinklage

 

 

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Acht Vorschläge finden Erziehungsberechtigte und Begleiter von Kindern, aber auch alle anderen Mitfeiernden für einen Gottesdienstbesuch mit den Kleinsten.

 

Doch ganz im Gegenteil: Kinder stören überhaupt nicht, sie gehören in die Kirche und in Gottesdienste und ihre Eltern sollten sich nicht scheuen, sie mitzubringen. Darauf machen zurzeit katholische Kirchengemeinden im Oldenburger Land mit einer Aktion aufmerksam. „Die Lebendigkeit ihrer Kinder sollten die Eltern in gutem Maß als Gottesgeschenk annehmen“, schreibt Weihbischof Wilfried Theising in einem Brief an alle Gemeinden. Mitchristen möchte er dazu motivieren, Kinder im Gottesdienst herzlich willkommen zu heißen. „Es ist unsere Aufgabe, Familien in der Glaubensweitergabe an die nächsten Generationen zu unterstützen.“

 

Für die Aktion werden Karten verteilt, die jetzt auch in der Dinklager Pfarrkirche ausliegen. Darauf finden Eltern und alle Mitfeiernden acht Vorschläge für Gottesdienste mit kleinen Kindern. „Entspannen Sie sich“, steht darauf, „erklären Sie ihren Kindern leise das eine oder andere“ und „setzen sie sich gerne nach vorne. Da können die Kleinen viel besser hören und sehen was geschieht. Es wäre ja ganz langweilig, nur die Rücken und Hinterköpfe von großen Leuten zu sehen.“

 

„Kinder im normalen Gemeindegottesdienst sind ein Segen“, betonte Dinklages Pfarrer Johannes Kabon. Natürlich dürften sie auch in der Kirche rumlaufen, versicherte der Pfarrer der Kirchengemeinde St. Catharina. „Es hilft sehr, die Perspektive des Kindes einzunehmen. Auch wir Erwachsenen orientieren uns, wenn wir in einen fremden Raum kommen. Kinder wollen dafür einfach rumlaufen oder krabbeln, auch mal etwas anfassen und so Kirche für sich entdecken“, erklärte Kabon.

 

Einmal im Monat lädt die Pfarrei besonders die Kleinen ein, für zwanzig Minuten in die Kirche zu kommen. Dann singt und betet Pfarrer Kabon mit ihnen, erklärt Elemente aus dem Gottesdienst, wie die Osterkerze und den Altar. Gestern nutzte er die Gelegenheit des Kleinkindergottesdienstes, um erstmals auf den Impuls des Weihbischofs hinzuweisen. Im Anschluss kam er mit Eltern über Erfahrungen ins Gespräch. Ganz Mutige Kinder seien schon mal zu ihm an den Priesterstuhl gekommen, erzählt er. Bei einer Silberhochzeit sei ein Kind gekommen und habe sich neben ihn gestellt, während er mit ausgebreiteten Armen am Altar stand und im Gebet nach oben blickte. „Der Junge wollte rausfinden, wo ich denn hinschaue“, berichtete Kabon den Eltern schmunzelnd. Ihm sei es egal, ob Kleinkindergottesdienst oder Hochamt am Sonntag: „Wir müssen den Kleinsten zeigen, dass es schön ist, dass sie da sind“, betonte er, so könne die Gemeinde positive Erfahrungen im Kirchenraum ermöglichen.

 

Johannes Hörnemann, BMO