Burgkapelle St. Augustinus


Seit 1641 wohnte der neue Drost des Amtes Vechta, Heinrich von Galen, auf Burg Dinklage. Der Drost stellte bald einen Burgvikar an, der die Dienste in der Kapelle wahrnehmen sollte. Diese Kapelle stand jenseits der Brücke mit dem hl. Johannes Nepomuk. Sie wurde bis 1844 von gräflichen Familie benutzt.

 

Im Jahr 1841 fing Matthias Graf von Galen, der Großvater des späteren Kardinals, an, eine neue Burgkapelle zu erbauen. Sie wurde, der Zeit entsprechend, im neugotischen Stil errichtet.

 

An 28. August 1844 erfolgte die Konsekration durch den Weihbischof Franz Arnold Melchers von Münster. An dieses Ereignis erinnert die Inschrift oberhalb der Seitentür der Kapelle: "Ich und mein Haus wollen dem Herrn dienen. Jos XXIV, 15. Mathias von Galen und Anna von Ketteler seine Hausfrau erbauten dieses Gotteshaus und feierten die Einweihung am Tag des Schutzpatrons des hl. Augustinus dem 28. August 1844."

 

Die neue Kapelle diente bis 1928 der gräflichen Familie für die tägliche hl. Messe. Von 1941 bis 1945 stand die Kapelle den aus Vinnenberg vertriebenen Schwestern zur Verfügung, ab 1949 den Benediktinerinnen von Alexanderdorf, die in der Burg die spätere Abtei St. Scholastika errichteten.

 

Unter dem Chorraum der Kapelle befindet sich die Gruft für die Verstorbenen der gräflichen Familie aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Diese Toten waren ursprünglich in einer Gruft in der alten Dinklager Pfarrkirche bestattet. Als diese Kirche abgebrochen wurde, um einem Neubau Platz zu machen, wurden 1873 die Särge der gräflichen Familie in die neue Gruft der Burgkapelle übertragen.

 

Die Burgkapelle ist heute als Trauungskapelle in der ganzen Gegend besonders beliebt.

 

Pfarrer em. Clemens Heitmann